Samstag, 2. Juli 2016

Abikleid

Alle Prüfungen bestanden! Hurra! Mein Sohn und seine Freundin ihr Abi und ich die Abikleidnähprüfung.

Als die Freundin meines Sohnes mich im Februar fragte, ob ich ihr helfen würde, ihr Kleid für die Abifeier zu nähen und mir dabei ein recht einfaches Modell zeigte, sagte ich spontan zu. Das ist zu schaffen! (Dazu muss man sagen, dass sie so gut wie keine Näherfahrung hat. Sie hat mit meiner Hilfe bisher lediglich einen Rock genäht.) Als sie mir dann im April das Wunschmodell präsentierte, musste ich erst mal tief durchatmen...

Aus dem vom Schnitt her recht einfachen Sommerkleid war ein ausgewachsenes Abendkleid geworden! Alter Schwede, das würde mich ganz schön fordern! Eine Korsage und ein ausgesprochen aufwändiger Rock! Benötigte Stoffmenge: 6 m! Mein erster Impuls war, zu sagen: "Das kann ich nicht, such Dir ein anderes Modell." Das Mädchen war jedoch so verliebt in das Kleid, dass ich es nicht fertig brachte, ihr den Wunsch abzuschlagen. Allerdings ist das mit Sicherheit kein Modell für Anfänger, also würde ich das Kleid nähen, ohne ihre Hilfe. Nur Mut! Nachdem mein Sohn und seine Freundin nun ihr Abi bestanden hatten, kam also die Prüfung für mich! Eine echte Herausforderung!

Die erste Hürde, die es zu nehmen galt, war die Schnittanpassung. Darin habe ich eigentlich keine Erfahrung. Die Schnitte sind ja immer für eine Größe von 1,68 m ausgelegt und ich bin 1,66 m groß. Auch sonst habe ich eine "38 er Standardfigur". Nun bringt es Vici mit viel Wohlwollen auf 1,60 m. Also habe ich zum ersten Mal einen Schnitt verkürzt.

Ich überlegte, zuerst das Oberteil zu nähen und zu probieren und erst, wenn das passt, den Rock überhaupt zuzuschneiden. Wenn es nicht passen würde, würden mir noch gut 4 m Stoff bleiben um ein anderes Kleid zu nähen. Soweit die Theorie. Dann schaute ich mir den Schnitt genauer an und stellte fest, dass die seitlichen Vorder- und Rückenteile durchgängig sind. Also, ging dieser Plan nicht! Dann hatte ich die Idee, zuerst mal das Futter zu nähen. Nur des Oberteil wird gefüttert. Also habe ich zuerst dieses genäht, mit großen Stichen den Reißverschluss eingenäht und anprobieren lassen - passte!

Als nächstes kam das Zuschneiden vom eigentlichen Kleid. Einen ganzen Nachmittag habe ich dafür gebraucht.



Das Nähen selbst war eigentlich gar nicht soo schwierig - wenn man mal von der Schwierigkeit absieht, ständig einige Meter Stoff auf dem Schoss zu haben.



Das gefürchtete Korsagenoberteil passte fast auf Anhieb, eine winzige Änderung war notwendig. Aber der Rock war trotz Kürzungen noch immer 15 cm zu lang. Das Modell sieht den Rock allerdings auch mit Schleppe vor, das fanden wir aber zu diesem Anlass etwas übertrieben. Nun kürzt mal zig Meter Stoff an einem runden Saum!!! Das war das Schwierigste an diesem Kleid überhaupt. Und, obwohl ich mir wirklich sehr viel Mühe gab, ist das Ergebnis nicht so ganz 100%ig, was allerdings in der Menge der Stofffalten untergeht.





Mit dem Resultat bin ich, und was viel wichtiger ist, ist die junge Dame zufrieden. Gestern war Abifeier und sie sah darin sehr hübsch aus - und fühlte sich sehr wohl.


Am Ende nähte ich ihr noch das zum Kleid passende Täschchen.

Schnitt Kleid: Burda 6708
Schnitt Tasche: das ultimative Taschen-Nähbuch
Stoff: Taft von Buttinette

Mittwoch, 22. Juni 2016

african print

Wenn ich mit diesem Kleid den Sommer nicht endlich anlocken kann, weiß ich auch nicht...

Ein schneller, alltagstauglicher Sommerkleidschnitt! Einfach zu nähen, bequem zu tragen. Der Schnitt ist der "african print" aus der ottobre 2/2016, durch seine Schlichtheit ideal für auffällige Stoffe. Der Stoff ist ein indonesischer Batikstoff vom Stoffmarkt, bei mir also kein "african print" sondern ein "indonesian batic".



Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Der einzige Schnickschnack ist das Guckloch am Rücken, das einzige Extra die beiden Nahttaschen.


Das Kleid war in einem Nachmittag genäht. Ich könnte mir gut vorstellen, den Schnitt noch einmal zu nähen. Durch den lockeren Schnitt ist es sehr figurfreundlich und bequem, auch bei höheren Temperaturen. Nun muss es nur noch sommerlich warm werden!

Hier geht's zum memademittwoch, wo viele selbst genähte sommerliche Outfits zu sehen sind!

Mittwoch, 8. Juni 2016

Sommerhäkelei

Heute komme ich zum memademittwoch nicht im Selbstgenähten sondern im Selbstgehäkelten!

Hätte vor einigen Jahren jemand zu mir gesagt, dass man ein Kleid auch häkeln kann, hätte ich die Augen gerollt, milde gelächelt und gesagt "Ja klar, unbedingt".

Doch seit vier Jahren überkommt mich jedes Jahr im Frühling die Lust aufs Häkeln. Gehäkeltes ist einfach sommerlicher als Gestricktes, finde ich (momentan).

Mein diesjähriges Frühlingsprojekt war das Häkelkleid von Drops design. Am Anfang etwas zäh und langweilig. Als ich jedoch erst die Passe mit der endlosen Stäbchenhäkelei überwunden hatte (habe ich zum Großteil auf dem Weg nach Italien und zurück im Auto gemacht), hat der Rest richtig Spaß gemacht. Jede Reihe ein anderes Muster.

Am vergangenen Wochenende habe ich mein Häkelkleid zum ersten Mal ausgeführt. Beim Besuch bei Freunden im Rheingau durfte es mich zuerst zu einer Besichtigung des Klosters Eberbach bekleiden und dann mit mir aufs Rosenfest nach Eltville.







Ich habe mich darin sehr wohl gefühlt, obwohl es trotz der vielen Löcher erstaunlich warm hält - als die Sonne raus kam fast zu warm!

Anleitung: Drops design
Wolle: Kappa von Lang Yarns

Verlinkt mit memademittwoch und gehäkeltes und gestricktes

Mittwoch, 25. Mai 2016

Animalprint

Fast hätte ich mir zum heutigen Mottotag bei memademittwoch passend eine neue Sommerbluse genäht. Wenn, ja wenn da nicht etwas Entscheidendes schief gelaufen wäre...

Noch vor Ankündigung des heutigen Mottos kaufte ich mir diesen herrlichen Stoff aus einem Baumwoll-Seidengemisch um eine zarte Sommerbluse nach diesem Schnitt zu nähen.

Doch beim Zuschnitt passierte mir ein so dämlicher Fehler, der einfach nicht wieder gut zu machen ist. Shit happens.... (Wer behauptet eigentlich, Frauen seien multitasking fähig? Vielleicht sollte ich nächstens während des Zuschneidens nicht telefonieren!)

Wer sieht es?



Alle Fische schwimmen auf dem Rücken und die Korallen wachsen von oben nach unten - ich habe den Stoff auf den Kopf gestellt! Aaaahhhhh! Noch habe ich den Stoff nicht weggeworfen, vielleicht bekomme ich ja noch den Geistesblitz!

Also bleibt mir für heute nur mein schon mal gezeigtes Shirt mit dem Zebra?-Leo?- Sonstwas-Druck mit "Kirchenfenster" auf dem Bauch. Mein einziges Kleidungsstück mit Animalprint. Der Stoff ist ein besonders flutschiger Slingjersey (heißt das so?). Der Schnitt von Burda, super einfach zu nähen.







Die Fotos sind  zugegebenerweise nicht von heute, aber ich trage heute exakt diese Kombi. Und wozu schlechte Fotos durch genauso schlechte ersetzen?

So, nun schau ich mir noch beim MMM die anderen tierischen Exponate an!



Mittwoch, 4. Mai 2016

Bikerjacke

Während viele beim heutigen memademittwoch  bei schönstem Frühlingswetter ihre neue Frühlingsgarderobe zeigen, zeige ich meine neue Übergangs-Jeansjacke. Sie war nicht früher fertig.
Aber so eine Jeansjacke kann einen ja auch durch den ganzen Frühling/Sommer/Herbst bekleiden...

Als ich diesen roten beschichteten Jeans im letzten Jahr auf dem Stoffmarkt in Darmstadt kaufte (Schnäppchen, Coupon für € 6), wollte ich eigentlich noch einmal den Versuch starten, eine Jeans zu nähen. Doch irgendwie fehlte mir immer so der richtige Schnitt/ die richtige Lust/ der richtige Mut dazu.

Irgendwann hatte ich dann die Idee, aus dem Stoff eine Bikerjacke zu nähen. Auch die Umsetzung dieser Idee dauerte fast ein halbes Jahr. Doch was lange währt....

Nach einigem Suchen entschied ich mich für diesen Schnitt von Burda.







Nähen ließ er sich ohne größere Probleme, auch wenn ich mich bei den Taschen noch immer frage, wo um alles in der Welt hier die Reißverschlüsse hin sollten? Ich habe mich wirklich an die Anleitung gehalten (dachte ich, aber irgendwo hat sich wohl  ein Fehler eingeschlichen), es klappte auch gut, doch dann sah es so aus.


Und wo bitteschön, sollen da noch Reißverschlüsse hin? Also hab ich sie kurzerhand weggelassen und stattdessen welche an die Ärmel genäht - find ich auch schön!



Geändert sind also die Taschen- und Ärmellösungen und die Schulterklappen habe ich weggelassen. An der Passform habe ich nichts geändert. Wenn ich die Fotos jetzt sehe, steht das Halsbündchen sehr weit vom Hals ab. Das liegt wohl daran, dass ich das linke Reißverschlussteil "falschherum" angenäht habe (für solche Kleinigkeiten muss frau ja keine Anleitungen lesen...), wodurch die Jacke vorne einen guten cm weiter wurde. Das habe ich aber erst nach den Fotos bemerkt und bleibt jetzt so. Das soll so sein!!!

Die Bluse darunter ist übrigens diese hier.

Mittwoch, 16. März 2016

(Oma-)Bluse???

Sybille von dasbürofürschönedinge fragt heute beim memademittwoch nach den ersten Frühjahrexponaten. Nun in Erwartung von Sonnenschein und wärmeren Temperaturen bin ich gerade mal wieder im Blusenmodus.

Für meine erste Bluse 2016 muss es definitiv noch 15° wärmer werden. Der Stoff ist ein hauchdünnes Baumwoll-Seidengemisch und man hat das Gefühl gar nichts anzuhaben. Entsprechend schlecht ließ sich der Stoff vernähen. Schneller als man die Teile unter der Nähmaschine hatte, waren die Stecknadeln schon wieder herausgefallen. Zum Glück verzeiht der gemusterte Stoff aber auch kleine Unregelmäßigkeiten und zum Glück habe ich die Bluse ohne größere Pannen genäht. Denn Trennen wäre definitiv zur Katastrophe geworden...






Durch die Schleife hat die Bluse etwas altbackenes. (Fräulein Rottenmeier würde sie gefallen.) Doch mit Jeans, Gürtel und Lederjacke finde ich sie durchaus modisch.


Der Schnitt ist der Pussy Bow (was für ein Name!) aus der ottobre 5/2015. Hier mal das Schema, denn auf den Fotos kann man nicht wirklich Einzelheiten erkennen.


Jetzt geh ich mal zum MMM gucken, was die anderen Hobbyschneiderinnen so machen, um den Frühling zu becircen.


Mittwoch, 9. März 2016

Homewear



Was ich hier heute zeige, ist das, was nicht nur mein heutiges memademittwoch-outfit ist, sondern umständehalber schon seit Wochen.... (ich sage nur: treibe Sport oder bleibe gesund)

Vor einigen Wochen brauchte ich nun plötzlich mehr bequeme, praktische Hosen, als ich sie in meinem normalen Alltag brauche, ohne die Möglichkeit, welche zu kaufen (aber wer will das schon?!). Und zur Jerseyhose sind Sweatjacken ja einfach das  bequemste.





Mit der Sweatjacke habe ich ein Projekt umgesetzt, das mir schon lange durch den Kopf spukte. Ich habe eine alte, totgeliebte (gekaufte) Jacke auseinander genommen, den Schnitt kopiert und aus einem Sweatstoff genäht. Das Ergebnis ist bei weitem nicht perfekt. Der dehnbare Stoff gleicht jedoch zum Glück kleine Passformmängel aus.

Das Shirt ist der Schnitt "Monday Basic" aus der Ottobre 5/13. Universeller Schnitt, schnell genäht - schönes Basicteil!

Der Schnitt von der Hose stammt aus dem Buch von Rosa P. "Ein Schnitt, vier Styles". Einen passenden Viskosejersey hatte ich noch auf Lager. Ich sage euch: sensationell!!! Ruckzuck genäht, super bequem und sieht gar nicht soo schlimm nach Jogginghose aus!




Ganz begeistert habe ich dann noch ein zweites Modell aus einem Baumwolljersey genäht.  Bei der zweiten Hose habe ich den Schnitt noch ein wenig vereinfacht, in dem ich die beiden Hosenbeinteile in einem zugeschnitten habe. Sie hat außen keine Naht, das gefällt mir noch besser.


Für diesen Post habe ich drei Anläufe gebraucht, da das mit dem Fotografieren diesmal sehr schwierig war. Die ersten Fotos waren alle unscharf, bei der zweiten Serie stellte ich bei der Nachverarbeitung fest, dass ich auf der Hose einen Fleck hatte :(. Heute ist nun der dritte Anlauf. Diesmal ging ich trotz Kälte zum Fotografieren auf die Terrasse und endlich entstanden verwertbare Fotos,